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Ich bin Germanwings

Constanze Marx

Mein Name ist Conny Marx. Ich bin Germanwings.

Ich fliege seit 2015 bei der Germanwings in Köln als FB.Mein Mädchentraum war es immer, Flugbegleiterin zu werden. Die Voraussetzungen für diesen Beruf waren Anfang der 80er Jahre etwas strenger. Bei mir haperte es an der vorgegeben Körpergröße von 170 cm. Eine Streckbank war keine Option und somit der Traum ausgeträumt. Voller Neid habe ich dann mitgefiebert, als meiner Tochter Michelle 2014 bei der Germanwings den Grundkurs begann. Ich glaube, ich war aufgeregter als sie selbst. Ich war so glücklich für sie und stolz. “Warum kommst Du nicht auch zu uns, wenn du es so sehr möchtest?” hat sie mich immer wieder gefragt. Ich, die gerade den 50. Geburtstag gefeiert hat? Die nehmen mich doch jetzt nicht mehr! Aber sie haben mich genommen!!! Ich bin so glücklich, den Beruf ausüben zu können, den ich liebe. Ich denke, die Kollegen und Kolleginnen und auch unsere Passagiere merken dies.

Deswegen bin ich auch unendlich traurig, dass mir und all den anderen aus unserer Germanwingsfamilie das jetzt genommen werden soll. Wo sollen wir hin? Was ist mit den Alternativen, die man uns doch zugesagt hat. Warum wird dieses Potential einfach so mit Füßen getreten? Was haben wir getan, dass man uns so behandelt? Unser Wirtschaftsminister Peter Altmeier hat am 13.03. gesagt: “Oberstes Ziel der Wirtschaftspolitik in dieser Lage muss es sein, Unsicherheit abzubauen . Kein gesundes Unternehmen sollte wegen Corona in die Insolvenz gehen, kein Arbeitsplatz sollte verlorengehen.” Vielleicht sollte Herr Altmeier die Entscheidungsträger der Lufthansa noch einmal ins Gebet nehmen… Haben wir einen Sozialstaat, der zulässt, dass diese Krise auf diese Weise ausgenutzt wird???

Ein guter Freund (selbstständig) ist der Ansicht, dass seine Angestellten sein größtes Kapital seien und er auch in diese investieren muss. Egal, ob die Zahl unterm Strich am Ende des Jahres für ihn geringer ausfällt. Was für ein sozialer und empatischer Chef!

Vor ein paar Tagen habe ich noch Angst gehabt, an dem Corona-Virus zu erkranken. Mittlererweile ist die Angst, meinen geliebten Job zu verlieren, viel größer.

Bitte, bitte, lasst die Germanwings nicht verschwinden, denn ich bin Germanwings aus vollstem Herzen!

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